Dienstag, 15. September 2020

Appenzeller Barthühner

In der Online-Bildtierbesprechung

Ich bin erst seit diesem Jahr Mitglied im Sonderverein und habe einige Fragen zu meinen Appenzeller Barthühnern und würde mich über Antworten freuen. Meine Appenzeller Barthühner in blau-gesäumt und schwarz haben als Küken oft recht helle Beine, die dann mit dem größer werden nachdunkeln. Ich finde im Rassestandard keine Infos, ob die Zehen bzw. Krallen als erwachsene Hühner ganz schwarz sein sollten?



Die Lauffarbe der Appenzeller Barthühner ist bläulich bis schwarz gefordert. Wie du bereits sehr richtig beobachtet hast, haben viele Küken anfangs aufgehellte Läufe bzw. Zehen. Diese dunkeln nach und haben ausgereift dann im Idealfall die geforderte Lauffarbe. Die Farbe der Zehnägel ist unerheblich. Ob dunkel oder hell, beides ist in Ordnung. 

Manche meiner Küken haben Schilf oder Rost im Gefieder, woher kommt das und lässt sich das verhindern? 



Was du hier im Bild festgehalten hast, ist kein Schilf, wie du sicherlich vermutest. Als Schilf bezeichnet man weiße oder grau fleckige Stellen im Gefieder, die erblich sein können, oder was öfter Ursache ist, Krankheit oder unzureichende Nährstoff- bzw. Vitaminversorgung wiederspiegeln. Meist ist dies in den Schwingen zu finden.

Was man hier im Bild sieht ist einfach eine zu dunkle Farbvariante für blau-gesäumt, nicht ganz schwarz, aber eben auch nicht blau-gesäumt. Die gewünschte gleichmäßige taubenblaue Grundfarbe von blau-gesäumt schimmert quasi nur etwas durch. Sicher hast du bei deiner Nachzucht schon bemerkt, dass die blau-gesäumten meist unterschiedliche Blautöne aufweisen. Hier gilt es zu selektieren und züchterisch auf ein optimales Farbbild hinzuarbeiten. 

Noch eine kleine Anmerkung zu deiner Sorge um die Farbe deiner Küken/Jungtiere. Nicht umsonst heißt es „die letzte Feder entscheidet“. Erst mit der letzten Feder, wenn die Tiere ausgereift sind, ist auch die Farbqualität der Tiere final zu beurteilen. Gerade auch bei deinen schwarzen hast du sicher schon beobachtet, dass die ersten Federn meist noch stumpf wirken und vielleicht manchmal auch etwas bräunlich und erst mit dem Federwechsel den schönen, erwünschten Grünglanz zeigen. Genauso können sich auch bei blau-gesäumt mit dem Federwechsel deutliche Änderungen zeigen.

Appenzeller Barthühner – Rosenkamm

In der Online-Bildtierbesprechung:

Wie sollte der Rosenkamm aussehen? 



Der 1,0 auf Bild 1 könnte deutlich zarter im Rosenkamm sein, sowie eleganter im Vorkamm und feiner in der Kammperlung. Der Kammauslauf/ Kammdorn ist leider nicht zu sehen.

Bild 2 zeigt einen untypischen offenen Rosenkamm mit untypischer Perlung. Dazu zieht der Kammdorn zu stark nach oben. Beides sollte sich in der Spalte Mängel wiederfinden.

Die Kammform auf Bild 3 ist grundsätzlich rassetypisch. Hier stört allerdings die Spaltung des Rosenkammes erheblich. Eine Längsmulde lässt kein SG mehr zu. Auch ihn sollte man nicht unbedingt zur Zucht einsetzen.

Der Kamm auf Bild 4 ist in der Form mit Abstand der Beste der vier. Der 1,0 zeigt einen typischen, recht gleichmäßigen Rosenkamm mit feiner Perlung. Vielleicht könnte er eine Idee voller im Vorkamm sein, was aus der Perspektive leider nicht genau zu sehen ist.

Wir dürfen auch nie vergessen, dass es sich bei den Appenzeller Barthühnern um absolute Raritäten handelt, und nicht mehr viele Zuchten anzutreffen sind.


Montag, 14. September 2020

Sultanhühner - Zehentrennung

In der Online-Bildtierbesprechung:

Wie wird bei der Bewertung eine nicht korrekt nach oben zeigende Kralle bei Sultanhühnern gewichtet? (Bild 1)

Als Vergleichsbild dazu zeigt Bild 2 meiner Meinung nach eine etwas bessere Trennung und korrekt nach oben zeigender Kralle. 



Eine nicht korrekt nach oben zeigende Kralle wird als Wunsch vermerkt. Steht ein optimales Tier wie auf Bild 2 dagegen, erfolgt im Vergleich eine Abstufung. Entscheidender ist jedoch die Zehentrennung.

Bild 1 zeigt eine Zehentrennung die durchaus in Ordnung geht. Die Zehen kommen so wie es aussieht aus zwei unterschiedlichen Wurzeln und sind ausreichend getrennt. Der vierte Zeh zeigt von der Stellung her nach unten und der fünfte Zeh zeigt nach oben. Der Zehnagel der fünften Zehe sollte für die Höchstnote nach oben zeigen, aber einem SG 95 oder sogar einem HV96 sollte dieser einzelne Wunsch bei einem perfekten Sultan nicht im Wege stehen.

Bild 2 zeigt eine ideale Zehentrennung, Zehennagelstellung und Zehenstellung.

Auf die Zehnagelpflege ist zu achten! 

Paduaner - Struktur des Nasensattels

In der Online-Bildtierbesprechung:

Ist diese Furche/Mulde im Nasensattel noch konform?
Mir gefällt es nicht sonderlich und ich weiß auch, dass es besser möglich ist. Nichtsdestotrotz sehe ich mich immer wieder damit konfrontiert. Im Standard ist diesbezüglich nur zu lesen: „kräftig, gebogen, mit stark aufgerichteten Nasenlöchern“. Bzw. bei den groben Fehlern findet sich nur der „schiefe Nasensattel“. Wie ist sowas einzuschätzen?

 

Im Grunde hast du dir die Antwort auf deine Frage schon gegeben. Ja, als grober Fehler ist diese Ausprägung des Nasensattels nicht einzuordnen, es geht jedoch eben schon idealer. Wenn man die Möglichkeit hat Tiere mit harmonischerem, geschlossenem Nasensattel mit deutlich geweiteten Nasenlöchern zu wählen, sollte man dies tun, doch als K.O.-Kriterium ist eine gleichmäßige Vertiefung wie hier nicht anzusehen. Ein schiefer Nasensattel ist natürlich etwas anderes. Ein solcher ist als grober Fehler einzuordnen.

Napfkamm und Schnabel der Breda

In der Online-Bildtierbesprechung:

Ich bin Neu-Mitglied im SV. Ich züchte Breda und bin verunsichert, wie denn nun der Napfkamm und der Schnabel bei den Breda tatsächlich aussehen soll. Meiner Meinung nach ist der Napfkamm nicht die Vertiefung im Nasensattel wie auf den ersten beiden Bildern zu sehen, sondern liegt zwischen Nasensattel und Schopf. Hier bekomme ich aber auch von Züchterkollegen dieser Rasse unterschiedliche Antworten zu Kamm und Schnabel. Über eine Erklärung und Einschätzung der Bilder würde ich mich freuen. 

Im letzten Infoheft unseres SV ist ein ausführlicher Bericht zu diesem Thema enthalten, doch es macht durchaus Sinn sich dies nochmals an Beispielen zu verdeutlichen.

Kennzeichnend für die Kammform Napfkamm ist gerade das Fehlen eines Kammes. An dieser Stelle, hinter dem Oberschnabelansatz, im Kammfleisch, befindet sich eine mit Fleischhaut ausgekleidete Vertiefung mit leicht wulstigen Rändern, die einmal mehr oder weniger ausgeprägt ist. Hier dürfen keine zu hohen Anforderungen gestellt werden.



Der Schnabel der Breda sollte über den aufgeworfenen Nasenlöchern unbedingt einen durchgehenden hufeisenförmigen Sattel zeigen. Im Idealfall sollte dazu ein geschlossener, gleichmäßiger Oberschnabel erzielt werden, denn sehr deutliche Vertiefungen im Oberschnabel führen oft dazu, dass kein durchgehender Quersattel ausgeprägt wird.

Vertiefungen, die sehr häufig zu sehen sind, können bis zu einem gewissen Maße toleriert werden, sofern sie nicht schon Auswirkungen auf den durchgängigen Quersattel haben. Das Tier auf Bild 1 zeigt eine Vertiefung im Oberschnabel mit doch noch recht gleichmäßiger Struktur und ein durchgängiges Hufeisen. Hier wünscht man sich etwas mehr Harmonie und Geschlossenheit. Auf Bild 2 führt die Muldenbildung bereits dazu, dass der Quersattel leicht durchbrochen bzw. verformt wird. Noch würde man dies nicht als Fehler werten, aber es sollte doch als deutlicher Wunsch formuliert werden.


Das Tier auf Bild 5 zeigt einen harmonischen prima geschlossenen Oberschabel. Die minimale Vertiefung zum Quersattel hin kann man in diesem Fall vernachlässigen. Den Quersattel wünscht man sich jedoch etwas markanter.

Das Tier auf Bild 4 zeigt den hufeisenförmigen Quersattel in hervorragender Qualität. Zur Perfektion sollte der Oberschnabel noch ganz geschlossen sein.

Das Tier auf Bild 3 sollte man sich nochmal genau in der Handbetrachtung ansehen. Es kann nur auf dem Bild täuschen, aber der gesamte Schnabel wirkt verformt. Tiere mit Deformierungen sind bitte auszuschließen.


Deutliche Verformungen am Schnabel wie auf Bild 6 und 7 zu sehen, sind als Fehler einzustufen. Solche Tiere sollten nicht in die Zucht genommen werden.

Freitag, 11. September 2020

Federstruktur

In der Online-Bildtierbesprechung:

Was kann ich gegen zerschlissene Handschwingenfedern tun? Wie wird dies bei der Bewertung geahndet?




Raue und zerschlissene Federn im Schwung, wie wir sie in den Bildern sehen, sind von Übel. Eine gesunde Federstruktur kann erst mit der nächsten Mauser wiederhergestellt werden! 

Hier gilt es vielmehr vorzubeugen und bzw. rechtzeitig einzugreifen.

Insbesondere bei der Jungtier-Mauser zur letzten Feder sollte auf eine gesunde Entwicklung der Federn im Schwung geachtet werden.

Mögliche Ursachen für raue Federstruktur kurz notiert: 
  • Krankheiten
  • Extreme Temperaturen
  • Stress
  • Fütterungsbedingte Defizite 

Für die Federbildung und -Entwicklung ist eine gleichbleibende Nährstoffzufuhr und eine ausreichende Vitaminversorgung entscheidend. Während Aufzucht und Mauser sollte daher kein abrupter Futterwechsel erfolgen.

In heißen und ausgesprochen trockenen Zeiten kommt es oft zu Problemen mit der Federstruktur im Schwung. Zum einen kann es durch Hitzestress bei den Tieren zu unzureichender Futteraufnahme kommen, aber auch die Trockenheit führt dazu dass die Federfahnen nicht vollständig geschlossen sind.

Bei starker Trockenheit kann man Federkiele leicht mit Wasser besprühen, um einer rauhen Federstruktur vorzubeugen. Bei Hitze sollte die Fütterung in die kühleren Morgen- und Abendstunden gelegt werden. Zudem empfiehlt sich eine Zugabe von Vitaminen z.B. ins Trinkwasser sowie das Ergreifen aller Maßnahmen, die helfen Stress durch Hitze zu vermeiden.

Tiere mit rauer Feder sollte man nicht zur Ausstellung bringen. Je nach Ausmaß kann dies vom Wunsch bis zum drastisch gewichteten Fehler geahndet werden.

Dienstag, 8. September 2020

Online-Bild-Tierbesprechung

Liebe Züchter/innen und Mitglieder des SV der Haubenhühner und seltener Hühnerrassen,
Corona stellt uns vor viele Herausforderungen in diesem Jahr. Unsere Jungtierbesprechung des SV zur Sommertagung, die von vielen gerne in Anspruch genommen wird, ist der gegebenen Situation ja leider auch zum Opfer gefallen. Was somit natürlich fehlt, ist die Möglichkeit über Merkmaleinschätzungen zu fachsimpeln, sich auszutauschen und gezielt Antworten auf brennende Fragen von unseren erfahrenen SV-Experten zu erhalten. 

Um unsere Mitglieder im Hinblick auf Einschätzung ihres Zuchtnachwuchses trotzdem zu unterstützen, möchten wir eine Art Online-Bild-Tierbesprechung anbieten.

Natürlich kann das eine vor Ort Betrachtung der Tiere nicht vollständig ersetzen, kann aber sicherlich hilfreich sein – gerade auch wenn es um Fragen der Einschätzung und Gewichtung von Vorzügen Fehlern, erforderlichen Zugeständnissen und Wünschen geht.

SV-Mitglieder können dem Sonderverein aussagekräftige Bilder mit ihrer Frage zusenden. Diese Frage wird mitsamt Bildmaterial in unserm Blog veröffentlicht und beantwortet.

(Den Namen des Fragestellers werden wir öffentlich nicht benennen.)


Kurz notiert: Wie funktioniert`s?

  1. Formuliert Eure Frage.

  2. Fotografiert Eure Tiere bzw. die Details zu denen Ihr die Frage habt.

  3. Sendet eure Frage mit Bildern an seltene.huehner@gmail.com

  4. Wichtig: Nur selbst erstelltes Bildmaterial, das auch von uns veröffentlicht werden darf, kann eingereicht werden.

  5. Sobald eure Bild-Tierbesprechung online auf unserem Blog erscheint erhaltet ihr eine kurze Benachrichtigung per eMail.


Bleibt gesund und macht mit wenn Ihr Fragen zur Merkmaleinschätzung eurer Haubenhüher und seltener Hühnerrassen habt. 


Euer Sonderverein