Donnerstag, 23. Juni 2022

Impressionen der Sommertagung 2022

Am Wochenende vom 17.-19. Juni trafen sich die Mitglieder und Freunde des SV der Haubenhühner und seltener Hühnerrassen zu ihrer Sommertagung.

In diesem Jahr waren wir zu Gast in Mandling, einem idyllisch gelegenen Ort der Steiermark in Österreich. Neben zahlreichen Teilnehmern aus Deutschland und Österreich konnte auch ein Züchter aus der Schweiz begrüßt werden sowie einige Preisrichter aus Österreich, die ihre Chance sich zum Thema Haubenhühner und seltener Hühnerrassen weiterzubilden nutzten. Silvia Sieder hatte das Treffen hervorragend organisiert. Sogar der Aufbau der Tierbesprechung war sehr ansprechend gestaltet. Wie immer war die Tierbesprechung am Samstagvormittag eines der Highlights der Sommertagung.

Kurzweilig und äußerst informativ, so kann man die Tierbesprechung zur Sommertagung 2022 beschreiben.

Einige Impressionen von unserer Tierbesprechung:

Wie ist die Qualität von Hauben zu beurteilen? Wie erkenne ich die Qualität der Säumungsanlage bei meinen Jungtieren? Was ist ein Vorsaum? Wie sieht eine Spitzhaube im Idealfall aus und wie beurteile ich die Haubenform und -Struktur bei meinen Jungtieren? Wie ist ein Nebennagelauswuchs am Zeh einen Haubenhuhns einzuschätzen? Wie gewichte ich die unterschiedlichen Ausprägungen des Nasensattels?

Das sind nur einige Fragen, die unsere Tierbesprechung beantwortet hat. In lockerer Atmosphäre wurden die mitgebrachten Tiere besprochen. Unsere Sonderrichter Patrick Tolle und Lothar Fucker erläuterten die wichtigen Merkmale der gesäumten Paduaner in den verschiedenen Farbenschlägen, die Appenzeller Spitzhauben, die Eulenbarthühner, die Crèvecoeur und die La Flèche und konnten wichtige Hinweise zur Einschätzung von Qualitäten und Zuchtausschlusskriterien geben.




Die Jahreshauptversammlung des Sondervereins fand am Samstag Nachmittag statt. Bei den anstehenden Wahlen wurden Gerold Kellermann als 2. Vorsitzender und Johannes Schilling als 1. Kassierer bestätigt. Unser erster Vorsitzender und Obmann der Vollhaubenhühner Patrick Tolle präsentierte einen hochinteressanten Vortrag zum Thema Bewertung von Haube und Schopf bei Hühnern und erläuterte wichtige Merkmalsaspekte unserer Rassen, wie beispielsweise Fehler und Wünsche des Nasensattels.


Wir wünschen allen Erfolge bei der Zucht, weiterhin viel Freude an ihren Tieren und freuen uns zu unserer Hauptsonderschau 2022 in Halle (Saale) viele hochwertige Vertreter unserer Rassen zu sehen.

Montag, 25. April 2022

Einladung zur Sommertagung 2022

Liebe Zuchtfreundinnen und Zuchtfreunde,
der Sonderverein der Haubenhühner und seltener Hühnerrassen läd alle Mitglieder und interessierte Züchter recht herzlich zur Sommertagung mit Jahreshauptversammlung (JHV) am 17.-19. Juni 2022 nach Mandling nach Österreich ein.Neben der Jahreshauptversammlung erwartet die Teilnehmer der Sommertagung im Programm eine Tierbesprechung und ein züchterischer Austausch und kurzweilige Gespräche unter Geflügelfreunden.


 


 

Termin: 17.-19. Juni 2022
Ausrichter: Fam. Sylvia und Karl Sieder, Filzmoosweg 5, 89 Mandling / Radstadt, Österreich
Kontaktdaten bitte dem Infoheft des Sondervereins entnehmen.

 

Die Teilnahme bitte bei Sylvia Sieder anmelden.
Wir bitten darum Tiere zur Tierbesprechung mitzubringen. Für ihre Unterbringung wird bei Fam. Sieder gesorgt. Die Anzahl der Tiere ist aus organisatorischen Gründen mit der Anmeldung mitzuteilen.
Zimmerbuchungen müssen bitte selbstständig unter dem Kennwort „Sommertagung Haubenhühner“ bis zum 15. Mai 2022 vorgenommen werden. Des Weiteren bittet Fam. Sieder die ungefähre Tierzahl zu benennen. Bei Interesse am Alternativprogramm bitte die Anzahl der Personen mitteilen


Das Programm im Überblick: 

Freitag 17.06.2022
Anreise, Einchecken ins Hotel Taferne (Mandling 27, 89 Mandling/Schladming)
Unterbringung der mitgebrachten Tiere bei Fam. Sieder
Gemeinsames Abendessen

Samstag 18.06.2022
9:30 Uhr Tierbesprechung bei Fam Sieder
Alternative für Begleitung: Führung durch die Lodenmanufaktur „Loden Steiner 1888“
Vormittag Kaffee und Kuchen im Hotel Taferne
12:00 Uhr Gemeinsames Mittagessen „Hotel Taferne“
13:00-13:30 Alternative zur JHV für Begleitperson: Führung durch die “Destillerie Mandlberggut“ 14:00 Uhr Jahreshauptversammlung im Veranstaltungssaal „Hotel Taferne“
19:00 Uhr gemeinsamer Züchterabend „Hotel Taferne“

Sonntag 19.06.2022
Frühstück und Abreise
Bei Interesse geführter Spaziergang durch die Schladminger Altstadt

Unterkunft: Hotel Taferne (Mandling 27, 89 Mandling/Schladming
eMail hotel@taferne.at | Tel. +43 6454 7444 | www.taferne.at

Sonntag, 6. März 2022

Sicherheit im Jungtierauslauf

Bei der Aufzucht meiner Appenzeller Barthühner gilt wie bei allen unseren Rassen:
das Platzangebot und die Zahl der Jungtiere müssen kompatibel sein. 

Für die optimale Aufzucht unserer Raritäten wie den Appenzeller Barthühner ist eine Aufzucht
in einem abgesicherten, großzügigem und gut strukturiertem Gehege zu empfehlen.

So gerne wir unsere Jungtiere aber auch im Freilauf sehen würden - die Gefahr von kleinen Beutegreifern darf niemals unterschätzt werden! Oft werden Räuber im Miniaturformat, wie etwa das niedlich wirkende Mauswiesel, zur tödlichen Gefahr für unsere Nachzuchten. Grundsätzlich lässt sich sagen: jede Öffnung die einer gewöhnlichen Hausmaus Platz bietet, lädt auch das Mauswiesel als unerwünschten Besucher ein.

Ähnliches gilt für zarte Greifvögel wie Merlin, Turmfalke oder Sperber. Vergreifen sich selbige so gut wie nie an einem ausgewachsenen Huhne, so stellen halbwüchsige Nachzuchten eine willkommene Abwechslung des Speiseplanes dar. Daher erhalten meine Jungtiere bis zum Alter von etwa 2-3 Monaten ausschließlich Auslauf in meiner abgesicherten Voliere. Hier ist auf entsprechende Maschenweite zu achten, um dem Eindringen der genannten Räuber vorzubeugen und der Nachzucht eine sichere Aufzucht zu gewährleisten.

Ruth Ertl

Kücken verschiedener Rassen gemeinsam aufziehen? Oder doch lieber getrennt?

In jeder Altersstufe sollte ein geeignetes Lebensumfeld angeboten werden,
das die Bedürfnisse der Tiere optimal erfüllt.

Meiner Erfahrung nach gibt es anfangs keine Probleme unter den verschiedenen Rassen, doch spätestens nach 4 Wochen sollten sie getrennt aufgezogen werden. Natürlich kann man das nicht pauschal für jede Rasse sagen, doch meiner Erfahrung nach haben Vollhaubenhühner (in meinem Fall Holländer Haubenhühner) einen erheblichen Nachteil gegenüber anderen Rassen mit mehr Sichtfreiheit (zum Beispiel Appenzeller Spitzhauben). Nicht nur werden sie unterdrückt, sondern es besteht auch oft die Gefahr, dass ihnen von den anderen die Haube ausgerupft wird. Deshalb sollten sie getrennt werden. Meiner Erfahrung nach  kann man sie bereits in jungem Alter (ca. mit 4 Wochen) in einen größeren Stall mit Auslauf sperren. Natürlich mit Wärmelampe! Doch bei schönem Wetter und Sonnenschein kann man sie auch schon ins Grüne lassen. Doch es ist penibel darauf zu achten, dass sie jederzeit unter die Wärmelampe können und sie bei der Dämmerung einzusperren. Der Auslauf lenkt sie vom Feder picken ab wenn man damit Probleme hat. Außerdem wird dadurch ihr Immunsystem gestärkt und ihre Vitalität gefördert.

Stefan Eigner

Die „Blaugrauen Vogtländer“ dürfen nicht untergehen!

Für Angelika und Karsten Kannegießer ist die Zucht der „Blaugrauen Vogtländer“ nicht nur ein „Hobby“ - es ist eine gemeinsame Leidenschaft, der sie mit viel Herzblut nachgehen.

Die blaugraue Gefiederfarbe der Vogtländer passt sich dem Erdboden gut an.
Mit 1,3 Zuchttieren begann Karsten Kannegießer 2005 mit der Zucht der Vogtländer. Seit dieser Zeit engagiert er sich für diese sehr seltene Rasse mit dem wohl einmaligen Farbschlag. Er zählt zu den erfahrendsten Züchtern, die engagiert für den Erhalt der Rasse kämpfen.

Anerkannt wurde diese doch noch recht junge Rasse 1973 in Leipzig. Die Grundidee für die Rasse hatte Martin Neudeck. Er wollte eine Rasse züchten, die durch eine gedeckte Farbe –„mausgrau“- besser vor Raubwild und Greifvögeln geschützt sein sollte. Bereits in den zwanziger Jahren begann er mit der Verwirklichung seiner Vorstellungen. Er benutzte schwarze Rheinländer, Andalusier, Dominikaner und Welsumer zur Herauszüchtung. Damit sich farblich ein „bewegteres Bild“ ergäbe, schlug der Anerkennungsausschuss der Zentralen Zuchtkommission Martin Neudeck vor, seiner neuen Rasse einen roten Halsbehang anzuzüchten. In langjähriger Arbeit schaffte er es, mit rebhuhnfarbigen Rheinländern den heutigen blaugrauen Vogtländer zu erzüchten. 

Unbedingt erwähnt werden muss an dieser Stelle Bodo Zschäck aus dem Vogtland, der über lange Jahre alleiniger Züchter der „Blaugrauen Vogtländer“ war. Ihm gebührt für seine sehr großen Verdienste höchstes Lob und Anerkennung! Ohne Bodo Zschäck, der die Rasse über Jahre am Leben hielt, wären die „Blaugrauen Vogtländer“ heute ausgestorben.

Vogtländer sind eine mittelgroße Rasse mit einer Landhuhnform und mittelhoher Stellung. Zu den kennzeichnenden Rassemerkmalen des Hahnes zählt der langgestreckte, kräftige, leicht abfallende Rumpf, ein reicher Sattelbehang und ein etwas aufrecht getragener Schwanz. Die Brust sollte gut gerundet sein und der gut entwickelte Bauch zeigt sich ausladend. Lang sind die Flügel - sie werden geschlossen und anliegend getragen. Leicht aus dem Gefieder hervortretend sind die Schenkel zu sehen. Schieferfarben, kräftig und mittelhoch sollten die Läufe sein. Das Gefieder liegt straff an.

Karsten Kannegießer präsentiert einen seiner blaugrauen Vogtländer Hähne.

“Es ist für uns immer wieder faszinierend zu sehen wie toll sich viele Hähne bis zum Schluß entwickeln. Vor zu schneller Selektion allein nach der Farbe ist zu warnen. Hier ist Vorsicht geboten.”

Die „Blaugrauen Vogtländer“ besitzen einen kräftig entwickelten, mittelgroßen Kopf, der von einem kleinen, fest aufsitzenden Rosenkamm mit wenig Perlung geziert wird. Das Gesicht ist glatt und rot, es besitzt dunkle Augen. Der mittellange, leicht gebogene Schnabel ist von dunkler Farbe. Die Kehlklappen sind klein und gerundet. Die Ohrscheiben werden klein und weiß gefordert. Etwas rötlicher Anflug ist noch gestattet, zuviel rot in den Ohrscheiben ist als grober Fehler
einzustufen.

Besonders interessant an dieser Rasse ist die Farbe. 

Der Hahn zeigt eine blaugraue (mausgraue) Farbe mit rotgoldenem Hals- und Sattelbehang. Die Hennen zeigen über den ganzen Körper eine gleichmäßige blaugraue Farbe. Der Halsbehang ist dunkler als das übrige Körpergefieder und nur leicht gezeichnet.

Die Farbe der Vogtländer Hühner ist spalterbig, was für den Züchter bedeutet, eine reichhaltige Nachzucht aufzuziehen, da nur etwa 50 bis 60% der Nachzucht die typische blau-
graue Farbe haben. 

„Und auch bei diesen Tieren muss man damit rechnen, dass die Farbe nicht den Anforderungen entspricht, weil der Halsbehang nicht korrekt erscheint oder die Farbe fleckig ist. Es muss also scharf selektiert werden - umso zahlreicher die Nachzucht, desto besser das Ergebnis“, weiß Karsten Kannegießer zu berichten.

Die Schwierigkeit bei der Zucht ist und bleibt die Anforderung eine möglichst gleichmäßige Farbe
zu erreichen, nicht zu dunkel und nicht zu hell. Dieses Idealbild schaffen in der Regel hauptsächlich Althühner kurz nach der Mauser.

Auch der richtige Zeitpunkt des Schlupfs ist entscheidend für die Ausstellungtiere.

Bei der Selektion ist deshalb unbedingt auf möglichst fleckenloses Gefieder zu achten. 

Für die Zusammenstellung der Zuchttiere hat man trotz allem einigen Spielraum. So können rassetypische Hennen in weiß und schwarz ohne Bedenken in die Zuchtstämme integriert werden. Eine Erfahrung hat uns begeistert: Ein Hahn in schwarz mit ausschließlich weißen Hennen brachte uns 100 % blaugraue Nachzucht und die Hennen waren in der Farbe nahezu tadellos, auch die Hähne zeigten eine vorzügliche Mantelgefiederfarbe, allerdings fehlte es zum größten Teil am kräftigen Schmuckgefieder. Ansonsten gilt es nach Möglichkeit immer einen farblich typischen Hahn in die Zucht zu nehmen, da der Hahn hauptsächlich die Farbe mitbestimmt.

Es werden dringend engagierte Züchter gesucht, um diese Rasse nicht nur zu erhalten, sondern auch in ihrem Erscheinungsbild zu vervollkommnen! Die „Blaugrauen Vogtländer“ sind mit ihrer einmaligen Farbe ideal für Züchter, die die Herausforderung suchen!

Karsten Kannegießer und Andrea Höh

Donnerstag, 23. Dezember 2021

Teuflisch guter Eierlikör

 
Liebe Freunde und Züchter der Haubenhühner
und seltener Hühnerrassen,

 
 
Das Rezept für den teuflich guten Eierlikör,
und wie`es garantiert gelingt, wollen wir Euch nicht vorenthalten:

Eigelb, Puderzucker und das Mark einer Vanilleschote schaumig schlagen, langsam und unter Rühren die zuvor geschlagene Schlagsahne hinzufügen. Zuletzt den Alkohol unterrühren und mindestens einen halben Tag im Kühlschrank reifen lassen.

Zutaten:
15 Eigelb
300g Puderzucker
1 Vanilleschote
900g Schlagsahne
540 ml Alkohol (Weinbrand oder Schnaps)

Bitte unbedingt frische Eier verwenden. Im Kühlschrank ist der Eierlikör dann ca. 4 Wochen haltbar. Allerdings ist er erfahrungsgemäß nach probieren schnell weg.

Frohe Weihnachten und ein gesundes,
erfolgreiches Jahr 2022.