Grundsätze & Tipps zur erfolgreichen Zuchtverbesserung
Die meisten unserer Hühnerrassen und Farbenschläge verdanken ihre Entstehung einer Kreuzung. Eine Rasse kann aber auch -insbesondere wenn sie selten ist- infolge einer unpassenden Einkreuzung gar leicht zugrunde gehen!
Fremdeinkreuzungen sind grundsätzlich nicht als Mittel erster Wahl anzusehen, wenngleich sie in einigen Fällen sicherlich sinnvoll sein können. Es empfiehlt sich bei Fremdeinkreuzungen sehr überlegt und langfristig vorzugehen.
„Ich versuche hier, all das, was Zuchtfreund Eduard Miebach in seinem Beitrag über seine Houdanzucht mitgeteilt hat, nachfolgend in zu beachtende Grundsätze zusammen zu fassen. Diese Ausführung erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, kann verantwortungsbewussten Zuchtfreunden jedoch sicherlich eine Hilfestellung bieten Fehler zu vermeiden“ (Jürgen Käs)
Gedanken und wichtige empfehlenswerte Grundsätze zum Thema Einkreuzen
1. Entscheidung für ein Einkreuzungsprojekt überdenken
Einkreuzungen sollten nur vorgenommen werden, wenn sie unumgänglich sind. Der Züchter trägt hier eine große Verantwortung für die authentische Erhaltung seiner Geflügelrasse und die Sicherung ihrer Rassereinheit.
2. Die richtige Auswahl der einzukreuzenden Rasse treffen
Es empfiehlt sich bei Fremdeinkreuzungen in gleicher Rassegruppe zu bleiben, bzw. auf eng verwandte Rassen zurückzugreifen. Der Rassetyp und Kernmerkmale werden so eher gewahrt und Erfolge stellen sich dann meist auch früher und nachhaltiger ein. Es sind hier nicht nur nicht nur die einzelnen Aspekte des äußeren Erscheinungsbildes zu betrachten, sondern auch mögliche Problemstellungen des Genotyps etc.
3. Reinrassige Reserven halten
Einkreuzungsprojekte bringen nicht immer erhoffte Resultate. Es ist wichtig reinrassige Tiere strikt zu trennen, um entsprechende Reserven zu halten. Dies gilt für die Zusammenstellung der Zuchtstämme genauso wie für die unmissverständliche Küken- und Jungtierkennzeichnung. Darüber hinaus ist es auch eine Möglichkeit einige seiner besten reinrassigen Tiere einem Züchterkameraden zu geben, mit der Gewissheit, dass man jederzeit darauf zurückgreifen kann. Bei seltenen Rassen sind reinrassige Reserven von besonderer Bedeutung.
4. Leistungsfähigkeit der Rasse erhalten
Es ist wichtig nur lebenstüchtige Tiere einer vitalen Rasse einkreuzen. Ideal ist es, wenn diese aus einem guten Legestamm (Zuchtbuch-Stamm) mit Leistungsnachweis stammen.
5. Gesunde Tiere für die Zucht einsetzen
Mehr noch als bei einem Zuchtvorhaben innerhalb einer Rasse ist bei Fremdeinkreuzungen auf die Gesundheit der Zuchttiere zu achten, die man einsetzen möchte. Der Herkunftsstamm der einzukreuzenden Tiere muss frei von Seuchen (z.B. Pullorum, Marek'sche Lähme etc.) sein.
6. Keine fehlerbehafteten Tiere einsetzen
Es ist unbedingt zu vermeiden Tiere mit eklatanten Fehlern für das Einkreuzungsprojekt einzusetzen. Zu solchen Zuchtausschlusskriterien zählen geringe Lebenskraft, fehlende Vitalität genauso wie anatomische Veränderungen (Deformation von Knochen oder Federn, fehlendem Zehenglied) sowie Rasse untypische Merkmale oder Abweichungen wie beispielsweise zweierlei Augenfarbe o.ä..
7. Mehr als das Erscheinungsbild in die Überlegungen einbeziehen
Will man etwa Nichtbrüter, dann sollte darauf geachtet werden, dass das einzukreuzende Tier aus einem Nichtbrüterstamm kommt, denn die Neigung zum Brüten kann erblich sein.
8. Seriös und offen agieren
Ein seriöser Züchter sollte niemals Nachzucht abgeben, ehe die Einkreuzung einwandfrei geklappt hat und keine Ausfälle mehr auftreten. Der Käufer ist offen von der Einkreuzung zu unterrichten. Dies dient zum Einen dem Verkäufer als Schutz um nicht als Betrüger betitelt zu werden und zum Anderen dem Käufer, der für sein züchterisches Arbeiten wichtige Informationen erhält.
9. Ausdauer und Geduld führen zum Ziel
Für ein erfolgreiches Einkreuzungsprojekt sind Ausdauer und Geduld erforderlich –und das nicht selten über viele Jahre hinweg. Nur im Glücks-/ Ausnahmefall klappt eine Einkreuzung nach Wunsch schon in wenigen Jahren.
Fremdeinkreuzungen können konsequent durchgeführt ein Mittel zur Zuchtverbesserung sein. Wer über ein Einkreuzungsprojekt nachdenkt sollte sich jedoch zunächst vor allem immer die Frage stellen, ob es notwendig ist, ob man auch die Geduld mitbringt und den Platz hat, konsequente Schritte zu wirklicher Rasseverbesserung bis zum Ziel zu gehen. Halbherzige Vorgehensweisen schaden oft mehr als sie nutzen.
Ein Beitrag mit freundlicher Unterstützung von Jürgen Käs
Lesen Sie hier in Fortsetzung dieses Themas demnächst einen ausführlichen Erfahrungsbericht zu 30 Jahre Houdan-Zucht...
Mittwoch, 13. April 2016
Montag, 7. März 2016
Einladung zur Sommertagung mit JHV
Haubenhühner und seltene Hühnerrassen
Der Sonderverein der Haubenhühner und seltenen Hühnerrassen läd alle Mitglieder und interessierte Züchter recht herzlich zur Sommertagung mit Jahreshauptversammlung (JHV) am 11. Juni 2016 nach 08107 Hartmannsdorf bei Kirchberg/Sa. in die Hotel-Pension Flechsig ein.
Die JHV findet am Samstag, den 11.06.2016 um 14 Uhr in der Hotel-Pension Flechsig statt.
Neben der Jahreshauptversammlung erwartet die Teilnehmer der Sommertagung im Programm eine Tierbesprechung, ein Beiprogramm für mitgereiste Partner und am Samstag Abend ein gemeinsames, gemütliches Beisammensein für züchterischen Austausch und kurzweilige Gespräche unter Geflügelfreunden.
Für Zuchtfreunde, die bereits am Vortag anreisen, ist am Freitag Abend eine gemütliche Runde geplant.
Wir bitten die Zimmer selbst bis zum 31.03.2016 unter Angabe des Kennwortes „Haubenhühner“ zu buchen:
Weitere Details zu Programm sowie Anfahrt zur Sommertagung werden im nächsten Rundschreiben bekanntgegeben.
Ansprechpartner für die Sommertagung ist Wolfgang Ott / Robby Ott:
Tel. 037462 4971 - E-Mail: marktfrau@live.de
Wir freuen uns auf Eure Teilnahme und eine kurzweilige & informative Sommertagung.
SV der Haubenhühner und seltenen Hühnerrassen
Der Sonderverein der Haubenhühner und seltenen Hühnerrassen läd alle Mitglieder und interessierte Züchter recht herzlich zur Sommertagung mit Jahreshauptversammlung (JHV) am 11. Juni 2016 nach 08107 Hartmannsdorf bei Kirchberg/Sa. in die Hotel-Pension Flechsig ein.
Die JHV findet am Samstag, den 11.06.2016 um 14 Uhr in der Hotel-Pension Flechsig statt.
Neben der Jahreshauptversammlung erwartet die Teilnehmer der Sommertagung im Programm eine Tierbesprechung, ein Beiprogramm für mitgereiste Partner und am Samstag Abend ein gemeinsames, gemütliches Beisammensein für züchterischen Austausch und kurzweilige Gespräche unter Geflügelfreunden.
Für Zuchtfreunde, die bereits am Vortag anreisen, ist am Freitag Abend eine gemütliche Runde geplant.
Wir bitten die Zimmer selbst bis zum 31.03.2016 unter Angabe des Kennwortes „Haubenhühner“ zu buchen:
Hotel-Pension Flechsig
Dorfstraße 37, 08107 Hartmannsdorf
Tel.: 037602 6342 - E-Mail: info@hotel-pension-flechsig.de
www.hotel-pension-flechsig.de
Preise: EZ mit Frühstück ab 35,- € (incl. Schwimmbadnutzung)
DZ mit Frühstück 79,- € (incl. Schwimmbadnutzung)
Weitere Details zu Programm sowie Anfahrt zur Sommertagung werden im nächsten Rundschreiben bekanntgegeben.
Ansprechpartner für die Sommertagung ist Wolfgang Ott / Robby Ott:
Tel. 037462 4971 - E-Mail: marktfrau@live.de
Wir freuen uns auf Eure Teilnahme und eine kurzweilige & informative Sommertagung.
SV der Haubenhühner und seltenen Hühnerrassen
Sonntag, 6. März 2016
Tschüpperli, Bibeli & Bruteierli zu Ostern
Aarg. Bruteier - und Kükenmarkt Brittnau, Schweiz
Aus der Schweiz stammen einige sehr aparte Hühnerrassen, die, wie beispielsweise die Tschüpperli (Appenzeller Spitzhauben), bis heute erhalten werden. Ein Austausch von Zuchttieren und Bruteiern ist daher eine gefragte Angelegenheit, die viele Geflügelfreunde anzieht.
Der Brittnauer Bruteier - und Kükenmarkt ist ein traditioneller Markt für Züchter und Geflügelfreunde. Ein Tipp insbesondere auch für Liebhaber schweizer Hühnerrassen und auch seltener Rassen wie Dorking uvm.
24. Aargauerischer Bruteier- und Kükenmarkt 2016
am 28.03.2016 (Ostermontag)
Mehrzweckhalle Brittnau, Schweiz
Einladung und weitere Informationen: http://www.ov-brittnau.ch
Ansturm auf Überraschungseier
Kükenmärkte sind äusserst beliebt – oft sind die Bibeli rasch ausverkauft. Eine Alternative ist es, Bruteier zu kaufen.
Manchmal birgt ein Ei aber auch eine Überraschung. Hobbyzüchter erhalten in der Schweiz eine grosse Vielfalt ursprünglicher Hühnerrassen. Jungtiere gibt es aber meist nur im Frühling. Auf den Kükenmärkten werden aber nicht alle Rassen zum Verkauf angeboten, und meist reicht das Angebot nicht, um die Nachfrage zu decken. Einige Hundert Tiere stehen zum Verkauf – sie finden in der Regel innert zwei Stunden einen neuen Halter.
Wird man bei den Küken nicht fündig, so kann man auch Eier kaufen – beispielsweise auf dem Markt in Brittnau. Dort sind um die 1000 Eier im Angebot. In einer separaten Turnhalle werden die Eier auf Tischen ausgestellt, wobei jeweils ein Bild zeigt, wie die daraus schlüpfenden Küken im erwachsenen Alter aussehen werden.
Doch in den Bruteiern steckt eine Portion Überraschung. Wie gut die Eier befruchtet sind und wie viele Küken später daraus schlüpfen, ist beim Kauf nicht klar. Von der Marktleitung werden die Verkäufer angewiesen, nur Bruteier mit einer guten Befruchtungsrate zu verkaufen, doch eine Kontrolle ist nicht möglich. Dennoch sind Bruteier sehrgefragt – die dunkelbraunen Eier der Marans oder die grünen Bruteier der Araucanas sind jeweils nach wenigen Minuten ausverkauft.
Legerassen wie Italiener oder New-Hampshire finden schnell einen Käufer und in die Sparte der viel gesuchten Hühner gehören auch Seidenhühner.
Damit die Aufzucht gelingt
Je nach Veranstaltungsort gibt es unterschiedliche Registrierungsbedingungen. Im Kanton Zürich müssen Verkäufer und Käufer die Adresse angeben – das kantonale Veterinäramt will es so. Allen Märkten ist ein Verkauf von Futtergeschirren, Einstreu oder Futter angegliedert.
Vor dem Kükenkauf sollte die wärmende Lampe zu Hause bereits in Betrieb sein. Wenn die Küken schlüpfen, brauchen sie eine Temperatur von 32 Grad. Sie lieben diese wohlige Wärme auch in den ersten Tagen nach dem Schlupf, deshalb empfiehlt sich ein Ort ohne Zugluft mit genügend Wärme.
Schon in wenigen Wochen bekommen die Tiere ihr erstes Federkleid. Bei Sonne geniessen sie dann am liebsten einen Spaziergang im Grünen. Die Vorbereitung der Hühnerhaltungendet nicht beim Stall, sondern bei der Fertigstellung des Auslaufs. Nur so ist eine problemlose Aufzucht und Haltung der Küken möglich.
Bericht "Ansturm auf Überraschungseier" , Bilder 2,3 von Fabian Schenkel, Redakteur Geflügel "Tierwelt"
Herzlichen Dank für die freundliche Unterstützung
Aus der Schweiz stammen einige sehr aparte Hühnerrassen, die, wie beispielsweise die Tschüpperli (Appenzeller Spitzhauben), bis heute erhalten werden. Ein Austausch von Zuchttieren und Bruteiern ist daher eine gefragte Angelegenheit, die viele Geflügelfreunde anzieht.
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| Bildquelle:Ornithologischer Verein Brittnau, http://www.ov-brittnau.ch |
Der Brittnauer Bruteier - und Kükenmarkt ist ein traditioneller Markt für Züchter und Geflügelfreunde. Ein Tipp insbesondere auch für Liebhaber schweizer Hühnerrassen und auch seltener Rassen wie Dorking uvm.
24. Aargauerischer Bruteier- und Kükenmarkt 2016
am 28.03.2016 (Ostermontag)
Mehrzweckhalle Brittnau, Schweiz
Einladung und weitere Informationen: http://www.ov-brittnau.ch
Ansturm auf Überraschungseier
Kükenmärkte sind äusserst beliebt – oft sind die Bibeli rasch ausverkauft. Eine Alternative ist es, Bruteier zu kaufen.
Manchmal birgt ein Ei aber auch eine Überraschung. Hobbyzüchter erhalten in der Schweiz eine grosse Vielfalt ursprünglicher Hühnerrassen. Jungtiere gibt es aber meist nur im Frühling. Auf den Kükenmärkten werden aber nicht alle Rassen zum Verkauf angeboten, und meist reicht das Angebot nicht, um die Nachfrage zu decken. Einige Hundert Tiere stehen zum Verkauf – sie finden in der Regel innert zwei Stunden einen neuen Halter.
| Bildquelle: Fabian Schenkel, Redakteur Geflügel "Tierwelt" |
| Bildquelle: Fabian Schenkel, Redakteur Geflügel "Tierwelt" |
Doch in den Bruteiern steckt eine Portion Überraschung. Wie gut die Eier befruchtet sind und wie viele Küken später daraus schlüpfen, ist beim Kauf nicht klar. Von der Marktleitung werden die Verkäufer angewiesen, nur Bruteier mit einer guten Befruchtungsrate zu verkaufen, doch eine Kontrolle ist nicht möglich. Dennoch sind Bruteier sehrgefragt – die dunkelbraunen Eier der Marans oder die grünen Bruteier der Araucanas sind jeweils nach wenigen Minuten ausverkauft.
Legerassen wie Italiener oder New-Hampshire finden schnell einen Käufer und in die Sparte der viel gesuchten Hühner gehören auch Seidenhühner.
Damit die Aufzucht gelingt
Je nach Veranstaltungsort gibt es unterschiedliche Registrierungsbedingungen. Im Kanton Zürich müssen Verkäufer und Käufer die Adresse angeben – das kantonale Veterinäramt will es so. Allen Märkten ist ein Verkauf von Futtergeschirren, Einstreu oder Futter angegliedert.
Vor dem Kükenkauf sollte die wärmende Lampe zu Hause bereits in Betrieb sein. Wenn die Küken schlüpfen, brauchen sie eine Temperatur von 32 Grad. Sie lieben diese wohlige Wärme auch in den ersten Tagen nach dem Schlupf, deshalb empfiehlt sich ein Ort ohne Zugluft mit genügend Wärme.
Schon in wenigen Wochen bekommen die Tiere ihr erstes Federkleid. Bei Sonne geniessen sie dann am liebsten einen Spaziergang im Grünen. Die Vorbereitung der Hühnerhaltungendet nicht beim Stall, sondern bei der Fertigstellung des Auslaufs. Nur so ist eine problemlose Aufzucht und Haltung der Küken möglich.
Bericht "Ansturm auf Überraschungseier" , Bilder 2,3 von Fabian Schenkel, Redakteur Geflügel "Tierwelt"
Herzlichen Dank für die freundliche Unterstützung
Dienstag, 12. Januar 2016
Mohrenköpfe
Eulenbarthühner mit aparter, anspruchsvoller Zeichnung
Verhältmäßig spät wurden die Eulenbarthühner (niederländisch Uilebbarden) in Deutschland bekannt. Zu ihrer Anerkennung und Aufnahme in den deutschen Standard kam es 1979. Zunächst nur zögerlich traten sie bei unseren Ausstellungen in Erscheinung.
Glücklicherweise hat sich dies inzwischen geändert. Mit ihrem vermehrten Auftreten- auch bei Großschauen wurden sie zu einer geschätzten Bereicherung. In ihrer breiten Farbpalette bescherten sie uns etwas Überragendes: die Mohrenköpfe, ein Begriff, der uns bislang nur aus der Taubenwelt bekannt war.

„Meine erste direkte Begegnung mit diesen Hühnern hatte ich bei einer Ausstellung in Kemnat bei unserem unvergessenen Zuchtfreund Roland Weber, einem Kenner der Niederländischen Rassen. Die Farbgebung wirkte auf mich fremdartig. Sie hatten etwas Aufregendes, ganz Bizzares an sich. Bei keiner anderen Hühnerrasse ist uns dieses Zeichnungsbild bekannt. Sicherlich wären diese Mohrenkopf-Eulenbärte weiter verbreitet, hätte ihre Zucht nicht die Schwierigkeiten eines Balanceaktes.“
Wo und wann ist diese aparte Zeichnungsart entstanden?
Wir wissen es nicht. Der große Förderer der niederländischen Hühnerrassen, R. Houwink in Meppel, erfasste die verstreuten Reste einigermaßen reinerbiger Eulenbarthühner und übergab sie 1900 der Obhut des von ihm gegründeten Nederlandse Hoenderclub.
Houwink züchtete selbst auch Eulenbarthühner und- in diesem Zusammenhang besonders interessant- auch Schwarzhaubenhühner. Aus seinen züchterischen Bemühungen gibt es die ersten Aufzeichnungen über „Mohrenkoppen“. Frau van Andrichen Boogaerd, die Tochter des bekannten Genetikers Dr. Vriesendorp, war im Begriff diese „Erstausgabe“ züchterisch zu rekonstruieren. Es sollte jedoch nicht mehr sein. Der der Tod war schneller.
Als Roland Weber in den Achtzigerjahren die ausgestorbenen gesprenkelten Eulenbärte wieder erzüchtete, hatte er genauso gezeichnete Tiere. Er verwendete dabei gold-schwarzgetupfte Eulenbarthühner und Gold-Brakel (danach Silber-Brakel). Sein größtes Problem sah er in der Verdrängung der Schwarzzeichnung aus Kopf und Bart. Da die Bartfarbe immer als Zeichnungsfarbe gilt und bei den Gold-Schwarzgetupften folgerichtig schwarz ist, sah er kaum die Möglichkeit zu einer standardgemäß Gold- oder Silberfarbe in Kopf und Bartbereich zu kommen. Namhafte Genetiker rieten ihm, eine Standardänderung zu beantragen.
Als er sich damit abgefunden hatte und im Begriff war diesen Schritt zu tun, kam zu seiner Überraschung der nicht mehr erwartete züchterische Durchbruch. Kopf und Bart der Sprenkel wurden frei von schwarzen Farbanteilen. Ein nicht eingeplantes Zwischenprodukt waren gold-schwarz, gesprenkelte Mohrenkopf-Eulenbarthühner. Nun mit Mohrenköpfen hatte er damals nichts am Hut. Von dieser Houwink-Züchtung war ihm ohnehin nichts bekannt. Er fand diese Tiere reizvoll und bedauerte sich von ihnen trennen zu müssen. Schade drum! Etwa zur gleichen Zeit rief Cornelius van der Heuvel in der niederländischen Fachpresse dazu auf, alles zu unternehmen, die Mohrenköpfe zu erhalten. Für eine etwaige Wiedererzüchtung empfahl er, weiße oder silberschwarzgetupfte Eulenbarthühner mit Holländer Schwarzhauben zu verpaaren. Später korrigierte ihn Frau van Andrich Boogaerd. Sie berichtete ihm, dass in ihrer Schwarzhaubenzucht immer wieder Mohrenköpfe fallen würden, wobei natürlich die Probleme bei Hörnerkamm und Bartbildung (beides soll Schwarzhauben fehlen) lagen. Diese Nachricht bestätigte seine Vermutung, dass weiße Mohrenkopf-Eulenbärte als Nebenprodukte der Schwarzhaubenzucht entstanden sein könnten.
Nun Mohrenköpfe waren plötzlich wieder da, auch bei uns in Deutschland und mit welch beeindruckenden Exemplaren!
Die beiden Farbenschläge (Weiß-und Goldbraun) etablierten sich, wenn auch auf schmaler Basis. Weiter sind blaue Mohrenköpfe anerkannt. Blaue Mohrenköpfe tauchen gelegentlich als Einzelexemplare auf. Eine gefestigte Zucht ist mir nicht bekannt.
Mohrenkopf-Eulenbärte eine Hennenzucht?
Die Zucht der Mohrenkopf-Eulenbärte ist wohl eine Hennenzucht. Die Musterbeschreibung drückt sich hier etwas lapidar aus. Bei dieser eigenwilligen Zeichnung gibt es nichts Perfektes. Rumpf und Schwanz sind kaum einmal frei von schwarzen Farbeinlagerungen. Etwas Zeichnung an den Schenkeln und an der Oberbrust ist das Normale. Der farbliche Übergang vom Schwarzbereich des Kopfes und Oberhalses zur Grundfarbe des Hals- und Rumpfgefieders ist etwas fließend, also kein konturenhafter Abschluss. Es ist wichtig, dass der Bart satt schwarz durchgefärbt ist. Die Zuchtpartner müssen gut zusammenpassen, denn die Zeichnung kippt ebenso leicht in den hellen Bereich mit grauen statt schwarzen Köpfen oder in den dunklen, überzeichneten. So fallen zum Beispiel bei den weißen Mohrenkopf-Eulenbarthühnern u.a. solche Küken, die zunächst weiß erscheinen, aber nach einiger Zeit eine farbige Kopfzeichnung erkennen lassen. Der Zuchtanfänger vermutet dies gebe die richtigen Ausstellungstiere. Sie werden aber nicht richtig gefärbt, da die Entfärbung im Kopf und Bart nur etwas Grau bringt. Anderseits gibt es auch schwarze Küken. Sie hellen zumeist zunehmend ein wenig auf, aber bleiben zu dunkel, überzeichnet. Dagegen werden die blaugrauen Küken nach meinen Erfahrungen die besten Ausstellungs-Mohrenköpfe. Bei ihnen ist die Grundfarbe zunächst blaugrau. Bei den Federwechseln bis hin zum Endgefieder vollzieht sich ein Umfärbungsprozess, bei dem das Rumpf- und Schwanzgefieder weiß aufhellt, das Kopfgefieder aber schwarz wird. Eine endgültige Selektion ist erst spät möglich. Die manchmal durchstoßende Grundfarbe erscheint bei den goldbraunen Mohrenköpfen im Schwanzbereich als helle Säumung, am Brustübergang wie ein kleines Farbspiel von „Blaugold„. Merkwürdig ist, dass in der anfallenden Skala von Schwarzzeichnungen sowohl bei Mohrenkopf-Eulenbärten als auch bei Schwarzhaubenhühnern Tiere mit einer groben Sprenkelung fallen. Es ist auch wichtig zu wissen, dass Alttiere zum Auftreten schwarzer Zeichnung auf Schultern und Flügelbug neigen.

Im Heimatland der Rasse wird dies bei der Bewertung in angemessenem Maße berücksichtigt. Ein echtes Problem sind die Hähne. Der Bart stellt hier den zentralen Farb- bzw. Zeichnungsbereich dar. Wichtig ist seine satte Durchfärbung. Tiefschwarze Kopf- u. Bartfarbe sind bei den Hähnen selten. Ist sie mal gegeben, so treten zumeist Schwarzfärbungen im Sattelbehang und Schwanzbereich auf oder der Hahn ist hennenfiedrig. Das ist beinahe die Regel. Hennenfiedrigkeit des Hahnes bei guter Farbe: wir kennen die Gründe nicht und können uns die Zusammenhänge nicht erklären. Diese Tatsache hat in Holland zu ernsthaften Überlegungen geführt, die Hähne bei der Bewertung auch in hennenfiedriger Variante zuzulassen. Schließlich hat bei einer Ausstellung eine reine Hennenkollektion weit weniger Wirkung, als eine Präsentation mit wenigstens einem Hahn. Ich selbst hatte das Glück, hin und wieder einen halbwegs standardgerechten Hahn zu züchten.
„Wie schön wirkt doch so eine Herde Mohrenkopf-Eulenbarthühner in einem Grasauslauf bzw. auf einer Wiese.“
Im niederländischen Standard sind die Farbenschläge, weiß, goldbraun und goldgelb anerkannt, blaue Mohrenköpfe sind nicht aufgeführt. Denn der Farbkontrast wäre wohl zu gering, was man im Deutschen-Standard nicht so sieht, bei den goldgelben sieht es nicht besser aus, Hand aufs Herz wer hat schon mal einen gelben Mohren gesehen.
Ein Fachbeitrag und Erfahrungsbericht von Jürgen Käs
Ein herzliches Dankeschön für den sehr informativen Artikel.
Verhältmäßig spät wurden die Eulenbarthühner (niederländisch Uilebbarden) in Deutschland bekannt. Zu ihrer Anerkennung und Aufnahme in den deutschen Standard kam es 1979. Zunächst nur zögerlich traten sie bei unseren Ausstellungen in Erscheinung.
Glücklicherweise hat sich dies inzwischen geändert. Mit ihrem vermehrten Auftreten- auch bei Großschauen wurden sie zu einer geschätzten Bereicherung. In ihrer breiten Farbpalette bescherten sie uns etwas Überragendes: die Mohrenköpfe, ein Begriff, der uns bislang nur aus der Taubenwelt bekannt war.

„Meine erste direkte Begegnung mit diesen Hühnern hatte ich bei einer Ausstellung in Kemnat bei unserem unvergessenen Zuchtfreund Roland Weber, einem Kenner der Niederländischen Rassen. Die Farbgebung wirkte auf mich fremdartig. Sie hatten etwas Aufregendes, ganz Bizzares an sich. Bei keiner anderen Hühnerrasse ist uns dieses Zeichnungsbild bekannt. Sicherlich wären diese Mohrenkopf-Eulenbärte weiter verbreitet, hätte ihre Zucht nicht die Schwierigkeiten eines Balanceaktes.“
Wo und wann ist diese aparte Zeichnungsart entstanden?
Wir wissen es nicht. Der große Förderer der niederländischen Hühnerrassen, R. Houwink in Meppel, erfasste die verstreuten Reste einigermaßen reinerbiger Eulenbarthühner und übergab sie 1900 der Obhut des von ihm gegründeten Nederlandse Hoenderclub.
Houwink züchtete selbst auch Eulenbarthühner und- in diesem Zusammenhang besonders interessant- auch Schwarzhaubenhühner. Aus seinen züchterischen Bemühungen gibt es die ersten Aufzeichnungen über „Mohrenkoppen“. Frau van Andrichen Boogaerd, die Tochter des bekannten Genetikers Dr. Vriesendorp, war im Begriff diese „Erstausgabe“ züchterisch zu rekonstruieren. Es sollte jedoch nicht mehr sein. Der der Tod war schneller.
Als Roland Weber in den Achtzigerjahren die ausgestorbenen gesprenkelten Eulenbärte wieder erzüchtete, hatte er genauso gezeichnete Tiere. Er verwendete dabei gold-schwarzgetupfte Eulenbarthühner und Gold-Brakel (danach Silber-Brakel). Sein größtes Problem sah er in der Verdrängung der Schwarzzeichnung aus Kopf und Bart. Da die Bartfarbe immer als Zeichnungsfarbe gilt und bei den Gold-Schwarzgetupften folgerichtig schwarz ist, sah er kaum die Möglichkeit zu einer standardgemäß Gold- oder Silberfarbe in Kopf und Bartbereich zu kommen. Namhafte Genetiker rieten ihm, eine Standardänderung zu beantragen.
Als er sich damit abgefunden hatte und im Begriff war diesen Schritt zu tun, kam zu seiner Überraschung der nicht mehr erwartete züchterische Durchbruch. Kopf und Bart der Sprenkel wurden frei von schwarzen Farbanteilen. Ein nicht eingeplantes Zwischenprodukt waren gold-schwarz, gesprenkelte Mohrenkopf-Eulenbarthühner. Nun mit Mohrenköpfen hatte er damals nichts am Hut. Von dieser Houwink-Züchtung war ihm ohnehin nichts bekannt. Er fand diese Tiere reizvoll und bedauerte sich von ihnen trennen zu müssen. Schade drum! Etwa zur gleichen Zeit rief Cornelius van der Heuvel in der niederländischen Fachpresse dazu auf, alles zu unternehmen, die Mohrenköpfe zu erhalten. Für eine etwaige Wiedererzüchtung empfahl er, weiße oder silberschwarzgetupfte Eulenbarthühner mit Holländer Schwarzhauben zu verpaaren. Später korrigierte ihn Frau van Andrich Boogaerd. Sie berichtete ihm, dass in ihrer Schwarzhaubenzucht immer wieder Mohrenköpfe fallen würden, wobei natürlich die Probleme bei Hörnerkamm und Bartbildung (beides soll Schwarzhauben fehlen) lagen. Diese Nachricht bestätigte seine Vermutung, dass weiße Mohrenkopf-Eulenbärte als Nebenprodukte der Schwarzhaubenzucht entstanden sein könnten.
Nun Mohrenköpfe waren plötzlich wieder da, auch bei uns in Deutschland und mit welch beeindruckenden Exemplaren!
Die beiden Farbenschläge (Weiß-und Goldbraun) etablierten sich, wenn auch auf schmaler Basis. Weiter sind blaue Mohrenköpfe anerkannt. Blaue Mohrenköpfe tauchen gelegentlich als Einzelexemplare auf. Eine gefestigte Zucht ist mir nicht bekannt.
Mohrenkopf-Eulenbärte eine Hennenzucht?
Die Zucht der Mohrenkopf-Eulenbärte ist wohl eine Hennenzucht. Die Musterbeschreibung drückt sich hier etwas lapidar aus. Bei dieser eigenwilligen Zeichnung gibt es nichts Perfektes. Rumpf und Schwanz sind kaum einmal frei von schwarzen Farbeinlagerungen. Etwas Zeichnung an den Schenkeln und an der Oberbrust ist das Normale. Der farbliche Übergang vom Schwarzbereich des Kopfes und Oberhalses zur Grundfarbe des Hals- und Rumpfgefieders ist etwas fließend, also kein konturenhafter Abschluss. Es ist wichtig, dass der Bart satt schwarz durchgefärbt ist. Die Zuchtpartner müssen gut zusammenpassen, denn die Zeichnung kippt ebenso leicht in den hellen Bereich mit grauen statt schwarzen Köpfen oder in den dunklen, überzeichneten. So fallen zum Beispiel bei den weißen Mohrenkopf-Eulenbarthühnern u.a. solche Küken, die zunächst weiß erscheinen, aber nach einiger Zeit eine farbige Kopfzeichnung erkennen lassen. Der Zuchtanfänger vermutet dies gebe die richtigen Ausstellungstiere. Sie werden aber nicht richtig gefärbt, da die Entfärbung im Kopf und Bart nur etwas Grau bringt. Anderseits gibt es auch schwarze Küken. Sie hellen zumeist zunehmend ein wenig auf, aber bleiben zu dunkel, überzeichnet. Dagegen werden die blaugrauen Küken nach meinen Erfahrungen die besten Ausstellungs-Mohrenköpfe. Bei ihnen ist die Grundfarbe zunächst blaugrau. Bei den Federwechseln bis hin zum Endgefieder vollzieht sich ein Umfärbungsprozess, bei dem das Rumpf- und Schwanzgefieder weiß aufhellt, das Kopfgefieder aber schwarz wird. Eine endgültige Selektion ist erst spät möglich. Die manchmal durchstoßende Grundfarbe erscheint bei den goldbraunen Mohrenköpfen im Schwanzbereich als helle Säumung, am Brustübergang wie ein kleines Farbspiel von „Blaugold„. Merkwürdig ist, dass in der anfallenden Skala von Schwarzzeichnungen sowohl bei Mohrenkopf-Eulenbärten als auch bei Schwarzhaubenhühnern Tiere mit einer groben Sprenkelung fallen. Es ist auch wichtig zu wissen, dass Alttiere zum Auftreten schwarzer Zeichnung auf Schultern und Flügelbug neigen.

Im Heimatland der Rasse wird dies bei der Bewertung in angemessenem Maße berücksichtigt. Ein echtes Problem sind die Hähne. Der Bart stellt hier den zentralen Farb- bzw. Zeichnungsbereich dar. Wichtig ist seine satte Durchfärbung. Tiefschwarze Kopf- u. Bartfarbe sind bei den Hähnen selten. Ist sie mal gegeben, so treten zumeist Schwarzfärbungen im Sattelbehang und Schwanzbereich auf oder der Hahn ist hennenfiedrig. Das ist beinahe die Regel. Hennenfiedrigkeit des Hahnes bei guter Farbe: wir kennen die Gründe nicht und können uns die Zusammenhänge nicht erklären. Diese Tatsache hat in Holland zu ernsthaften Überlegungen geführt, die Hähne bei der Bewertung auch in hennenfiedriger Variante zuzulassen. Schließlich hat bei einer Ausstellung eine reine Hennenkollektion weit weniger Wirkung, als eine Präsentation mit wenigstens einem Hahn. Ich selbst hatte das Glück, hin und wieder einen halbwegs standardgerechten Hahn zu züchten.
„Wie schön wirkt doch so eine Herde Mohrenkopf-Eulenbarthühner in einem Grasauslauf bzw. auf einer Wiese.“
Im niederländischen Standard sind die Farbenschläge, weiß, goldbraun und goldgelb anerkannt, blaue Mohrenköpfe sind nicht aufgeführt. Denn der Farbkontrast wäre wohl zu gering, was man im Deutschen-Standard nicht so sieht, bei den goldgelben sieht es nicht besser aus, Hand aufs Herz wer hat schon mal einen gelben Mohren gesehen.
Ein Fachbeitrag und Erfahrungsbericht von Jürgen Käs
Ein herzliches Dankeschön für den sehr informativen Artikel.
Donnerstag, 24. Dezember 2015
Sonntag, 4. Oktober 2015
La Flèche "Wiesenteufel"
Kleine Unterstützung zur fachgerechten Beurteilung
Unser Rassegeflügelstandard beschreibt das Ideal, die praktischen Abstufungen und Feinheiten in den Merkmalsausprägungen sowie den aktuellen Zuchtstand einer Rasse kann man jedoch nur durch genaue Beobachtung, geschulte Fachleute oder Vergleiche erfahren.
Für Zuchtneulinge seltener Rassen und somit auch der La Flèche stellt dies meist auch eine erhebliche Schwierigkeit dar. Es gibt schlicht und ergreifend sehr wenige Züchter und Experten der Rasse, die beratend zur Seite stehen können und zudem sind die direkten Vergleichsmöglich- keiten auf Ausstellungen wegen Mangels an Ausstellungstieren auch nur noch selten gegeben.
Auch bei der fachmännischen Bewertung auf Rassegeflügelschauen gibt es teilweise Schwierigkeiten bei der fachgerechten Beurteilung von seltenem Geflügel.
La Flèche sind für allgemeine Preisrichter eine zugegebener Maßen auch sehr undankbare Angelegenheit. Durch ihre Seltenheit sind die Wiesenteufel in der Bewertungspraxis einfach nicht präsent genug, um einem „Nichtkenner“ der Rasse zuverlässig ein rassegerechtes Urteil und ein Feingefühl in der Bewertung zu ermöglichen. La Flèche entsprechen zudem in einigen Merkmalen einfach nicht den überwiegend gängigen Schönheitsidealen für ein Rassehuhn im klassischen Landhuhntypus und zeigen gleich einige seltene, spezielle Merkmalsausprägungen, die es zu gewichten gilt.
Hier ist es sehr wünschenswert und vorbildlich, wenn Preisrichter vor ihrem Bewertungsauftrag einen gezielten Blick in den Standard werfen und sich vielleicht sogar noch über wichtige Details und den Zuchtstand informieren. Leider ist dies jedoch nicht immer der Fall, was zwangsläufig wie bei vielen seltenen Hühnerrassen dazu führt, dass teilweise klassische Fehleinschätzungen vorgenommen werden und die ausstellenden Züchter somit leider oft nicht von einer versierten Einschätzung profitieren können.
Nicht immer können Sonderrichter zur Verfügung stehen.
Vorwürfe über unpassende Bewertungen sind jedoch überhaupt nicht zielführend, vielmehr gilt es hier im Sinne der seltenen Rasse Züchter und Preisrichter etwas zu sensibilisieren und einfach anhand von Beispielen die wesentlichen Charakteristika zu verdeutlichen.
Worauf ist zu achten?
Für alle Preisrichter und Zuchtinteressierte, die La Flèche fachgerecht und mit Gespür für die Rasse bewerten möchten –sei es für Schaubewertungen oder für eine geeignete Zuchttierauswahl- wurde zur Unterstützung daher ein Vortrag zusammengestellt, der wesentliche Merkmale behandelt und anhand von Bildbeispielen erläutert.
Hier einige zentrale Auszüge, die vielleicht gerade auch Zuchtanfängern dieser Rasse eine kleine Unterstützung bieten können:
Der vollständige Vortrag kann zu Schulungszwecken sowie für persönliche Nutzung gerne auch im Original (animierte Powerpoint-Präsentation) angefordert werden. Eine kurze eMail an seltene.huehner@gmail.com mit Angabe des gewünschten Verwendungszwecks genügt.
Ergänzende Links:
La Flèche Rassebeschreibung
http://lafleche-wiesenteufel.blogspot.de
Unser Rassegeflügelstandard beschreibt das Ideal, die praktischen Abstufungen und Feinheiten in den Merkmalsausprägungen sowie den aktuellen Zuchtstand einer Rasse kann man jedoch nur durch genaue Beobachtung, geschulte Fachleute oder Vergleiche erfahren.
Für Zuchtneulinge seltener Rassen und somit auch der La Flèche stellt dies meist auch eine erhebliche Schwierigkeit dar. Es gibt schlicht und ergreifend sehr wenige Züchter und Experten der Rasse, die beratend zur Seite stehen können und zudem sind die direkten Vergleichsmöglich- keiten auf Ausstellungen wegen Mangels an Ausstellungstieren auch nur noch selten gegeben. Auch bei der fachmännischen Bewertung auf Rassegeflügelschauen gibt es teilweise Schwierigkeiten bei der fachgerechten Beurteilung von seltenem Geflügel.
La Flèche sind für allgemeine Preisrichter eine zugegebener Maßen auch sehr undankbare Angelegenheit. Durch ihre Seltenheit sind die Wiesenteufel in der Bewertungspraxis einfach nicht präsent genug, um einem „Nichtkenner“ der Rasse zuverlässig ein rassegerechtes Urteil und ein Feingefühl in der Bewertung zu ermöglichen. La Flèche entsprechen zudem in einigen Merkmalen einfach nicht den überwiegend gängigen Schönheitsidealen für ein Rassehuhn im klassischen Landhuhntypus und zeigen gleich einige seltene, spezielle Merkmalsausprägungen, die es zu gewichten gilt.
Hier ist es sehr wünschenswert und vorbildlich, wenn Preisrichter vor ihrem Bewertungsauftrag einen gezielten Blick in den Standard werfen und sich vielleicht sogar noch über wichtige Details und den Zuchtstand informieren. Leider ist dies jedoch nicht immer der Fall, was zwangsläufig wie bei vielen seltenen Hühnerrassen dazu führt, dass teilweise klassische Fehleinschätzungen vorgenommen werden und die ausstellenden Züchter somit leider oft nicht von einer versierten Einschätzung profitieren können.
Nicht immer können Sonderrichter zur Verfügung stehen.
Vorwürfe über unpassende Bewertungen sind jedoch überhaupt nicht zielführend, vielmehr gilt es hier im Sinne der seltenen Rasse Züchter und Preisrichter etwas zu sensibilisieren und einfach anhand von Beispielen die wesentlichen Charakteristika zu verdeutlichen.
Worauf ist zu achten?
Für alle Preisrichter und Zuchtinteressierte, die La Flèche fachgerecht und mit Gespür für die Rasse bewerten möchten –sei es für Schaubewertungen oder für eine geeignete Zuchttierauswahl- wurde zur Unterstützung daher ein Vortrag zusammengestellt, der wesentliche Merkmale behandelt und anhand von Bildbeispielen erläutert.
Hier einige zentrale Auszüge, die vielleicht gerade auch Zuchtanfängern dieser Rasse eine kleine Unterstützung bieten können:
Ergänzende Links:
La Flèche Rassebeschreibung
http://lafleche-wiesenteufel.blogspot.de
Donnerstag, 1. Oktober 2015
Faszination Schopf- und Haubenhühner
Pawlowskaja wecken Leidenschaft für Haubenhühner
Sie galten als ausgestorben, die Pawlowskaja oder heute auch Pavlov Hühner genannt. Nur mit sehr viel Mühe und Geduld gelang es in Russland die historische Rasse wieder zu neuem Leben zu erwecken. Inzwischen gibt es wieder einige, wenn auch sehr wenige Züchter, die sich der Erhaltung dieser Rasse widmen und man kann diese zuchthistorisch bedeutsame Rasse auch international wieder in authentischem Erscheinungsbild betrachten.
Urahnen der Schopf- und Haubenhühner
Als Liebhaber von Haubenhühnern und verwandten Rassen ist es durchaus sehr interessant sich mit den Pawlowskaja zu beschäftigen. Dieses aus Russland stammende Schopfhuhn mit Bart und Federn an den Füßen gilt weithin unter anderem auch als wichtiger Vorfahre der Paduaner und als Urahn der Schopf- und Haubenhühner überhaupt. Die Entstehung dieser Rasse liegt so weit zurück, dass darüber nichts Genaues bekannt ist.

Die charakteristischen Merkmale der Pawlowskaja bzw. Pavlov Hühner -Schopf, Bart und Federn an den Füßen- sind jedoch äußerst wahrscheinlich eine Anpassung an das raue Klima ihrer Herkunftsumgebung.
Die empfindlichen Teile des Kopfes sind durch die ausgebildeten zusätzlichen Federn geschützt und versetzen diese Hühner in die Lage selbst starke Minustemperaturen ohne Probleme und Erfrierungen überstehen zu können. Ein außergewöhnlicher Anblick Hühner zu sehen, die völlig unempfindlich und unbeeindruckt gegenüber Wind, Eis und Schnee zu sein scheinen. (siehe YouTube)
Pawlowskaja Zucht in Deutschland
Anlass über diese faszinierende Rasse zu berichten ist der Zuchtfreund Magnus Erdtmann. Ursprünglich ein engagierter Kampfhuhnzüchter, hat ihn inzwischen die Leidenschaft für Haubenhühner gepackt. Bilder seiner Pawlowskaja, die er freundlicher Weise zur Verfügung gestellt hat, geben einen schönen Eindruck von dieser Rasse. Herzlichen Dank dafür. Die Ähnlichkeit einiger Merkmale mit vielen Schopf- und Haubenhühnern ist sehr deutlich erkennbar.
Vom Wesen her sind die Pawlowskaja recht lebhaft und neugierig. Sie lieben einen großen Freilauf, sind gute Flieger und werden als sehr robust und teilweise auch taff gegenüber potentiellen Bedrohungen beschrieben. Die Hähne sind sehr wachsam, jedoch weitestgehend verträglich. Diese Hühner sind sehr ursprünglich in ihrem Verhalten. Dem Menschen gegenüber können sie jedoch trotzdem sehr zahm werden, wenn man sich mit ihnen befasst. Schmusehühner sind es allerdings eher nicht, auch wenn sie vom Erscheinungsbild sehr putzig daherkommen.
Unverhofft kommt oft! Wie kommt man an eine so seltene Rasse? Wie nicht selten, spielte hier der Zufall und ein kollegialer Züchterkontakt eine wichtige Rolle. Lange Jahre züchtete Magnus Erdtmann Kämpferrassen. Eines Tages bekam er zwecks Zuchttierkauf Züchterbesuch aus Russland. Als Geschenk gab der Züchter Magnus 10 Bruteier aus seiner Heimat. Es schlüpften daraus 10 Küken, ein Hahn und neun Hennen der Rasse Pawlowskaja. Nun kam es, wie es kommen musste. Die Faszination für die schopftragenden Hühner wuchs mit dem Heranwachsen seiner Jungtiere immer mehr und führte dazu, dass Magnus Erdtmann auch in die Zucht dieser begeisternden Rasse eingestiegen ist. Durch den Kontakt zu anderen Haubenhuhnzüchtern kamen zu seinen Pawlowskaja dann noch die ebenfalls sehr seltenen außergewöhnlichen Houdan hinzu, die unser gewonnener Haubenhuhnfreund inzwischen mit ganz viel Herzblut züchtet und auch auf Ausstellungen zeigt.
Ergänzende Links:
EE Standard Pavlov Hühner, Pohlheim 2014
Weitere Informationen zu den Pawlowskaja
Kontakt und Website Magnus Erdtmann
Sie galten als ausgestorben, die Pawlowskaja oder heute auch Pavlov Hühner genannt. Nur mit sehr viel Mühe und Geduld gelang es in Russland die historische Rasse wieder zu neuem Leben zu erwecken. Inzwischen gibt es wieder einige, wenn auch sehr wenige Züchter, die sich der Erhaltung dieser Rasse widmen und man kann diese zuchthistorisch bedeutsame Rasse auch international wieder in authentischem Erscheinungsbild betrachten.
Als Liebhaber von Haubenhühnern und verwandten Rassen ist es durchaus sehr interessant sich mit den Pawlowskaja zu beschäftigen. Dieses aus Russland stammende Schopfhuhn mit Bart und Federn an den Füßen gilt weithin unter anderem auch als wichtiger Vorfahre der Paduaner und als Urahn der Schopf- und Haubenhühner überhaupt. Die Entstehung dieser Rasse liegt so weit zurück, dass darüber nichts Genaues bekannt ist.

Die charakteristischen Merkmale der Pawlowskaja bzw. Pavlov Hühner -Schopf, Bart und Federn an den Füßen- sind jedoch äußerst wahrscheinlich eine Anpassung an das raue Klima ihrer Herkunftsumgebung.
Die empfindlichen Teile des Kopfes sind durch die ausgebildeten zusätzlichen Federn geschützt und versetzen diese Hühner in die Lage selbst starke Minustemperaturen ohne Probleme und Erfrierungen überstehen zu können. Ein außergewöhnlicher Anblick Hühner zu sehen, die völlig unempfindlich und unbeeindruckt gegenüber Wind, Eis und Schnee zu sein scheinen. (siehe YouTube)
Pawlowskaja Zucht in Deutschland
Anlass über diese faszinierende Rasse zu berichten ist der Zuchtfreund Magnus Erdtmann. Ursprünglich ein engagierter Kampfhuhnzüchter, hat ihn inzwischen die Leidenschaft für Haubenhühner gepackt. Bilder seiner Pawlowskaja, die er freundlicher Weise zur Verfügung gestellt hat, geben einen schönen Eindruck von dieser Rasse. Herzlichen Dank dafür. Die Ähnlichkeit einiger Merkmale mit vielen Schopf- und Haubenhühnern ist sehr deutlich erkennbar.
Vom Wesen her sind die Pawlowskaja recht lebhaft und neugierig. Sie lieben einen großen Freilauf, sind gute Flieger und werden als sehr robust und teilweise auch taff gegenüber potentiellen Bedrohungen beschrieben. Die Hähne sind sehr wachsam, jedoch weitestgehend verträglich. Diese Hühner sind sehr ursprünglich in ihrem Verhalten. Dem Menschen gegenüber können sie jedoch trotzdem sehr zahm werden, wenn man sich mit ihnen befasst. Schmusehühner sind es allerdings eher nicht, auch wenn sie vom Erscheinungsbild sehr putzig daherkommen.
Unverhofft kommt oft! Wie kommt man an eine so seltene Rasse? Wie nicht selten, spielte hier der Zufall und ein kollegialer Züchterkontakt eine wichtige Rolle. Lange Jahre züchtete Magnus Erdtmann Kämpferrassen. Eines Tages bekam er zwecks Zuchttierkauf Züchterbesuch aus Russland. Als Geschenk gab der Züchter Magnus 10 Bruteier aus seiner Heimat. Es schlüpften daraus 10 Küken, ein Hahn und neun Hennen der Rasse Pawlowskaja. Nun kam es, wie es kommen musste. Die Faszination für die schopftragenden Hühner wuchs mit dem Heranwachsen seiner Jungtiere immer mehr und führte dazu, dass Magnus Erdtmann auch in die Zucht dieser begeisternden Rasse eingestiegen ist. Durch den Kontakt zu anderen Haubenhuhnzüchtern kamen zu seinen Pawlowskaja dann noch die ebenfalls sehr seltenen außergewöhnlichen Houdan hinzu, die unser gewonnener Haubenhuhnfreund inzwischen mit ganz viel Herzblut züchtet und auch auf Ausstellungen zeigt.
Ergänzende Links:
EE Standard Pavlov Hühner, Pohlheim 2014
Weitere Informationen zu den Pawlowskaja
Kontakt und Website Magnus Erdtmann
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