Betrachten wir das einmal am Beispiel von La Flèche Wiesenteufeln. Bereits vor dem Sammeln von Bruteiern sollten einige Dinge Beachtung finden.
Sehr förderlich für die Befruchtungsrate und eine gute Legetätigkeit der Zuchthennen ist eine harmonische Zuchtgruppe. Dem anvisierten Zuchtstamm sollte daher ausreichend Zeit gegeben werden, sich zusammenzufinden. Zudem sollte die Größe des Zuchtstammes nicht zu groß gewählt werden. 3-5 Hennen sind bei den meisten Rassen und so auch bei den La Flèche eine empfehlenswerte Größenordnung.
Fütterung der Elterntiere Auch die Fütterung der Elterntiere ist erheblich mitbestimmend für den Erfolg der Brut und die Entwicklung der Küken. Nicht selten findet dieser Aspekt zu wenig Beachtung. Insbesondere bei frühen Bruten ist auf eine ausreichende Vitaminversorgung zu achten.
Tipp: Neben dem richtig ausgewogenen Futter für die Zuchtgruppe wirken sich Rote Beete, geraspelte Möhren mit etwas Sonnenblumenöl und Buttermilch im Weichfutter beispielsweise positiv auf die Befruchtungsrate aus und sorgen für die wichtigen Inhaltsstoffe im Ei, die das Küken für eine optimale Entwicklung benötigt.
Bruteifarbe und -gewicht prüfen
Zwei wesentliche Aspekte, die sehr einfach eingeschätzt werden können, sind Farbe und Gewicht der Eier. Die gewünschte Eifarbe ist bei den La Flèche weiß, wobei eine zarte rosa Tönung gerne gesehen wird.
Das empfohlene Bruteimindestgewicht bei La Flèche wird meist mit 60 g angegeben.
Die Bruteimindestgewichte sollten aus guten Gründen nicht unterschritten werden. Zu kleine Eier ergeben -wenn sie nicht bereits während der Brutphase absterben- im besten Fall kleine Küken, die bereits einen schwereren Start ins Leben haben und nicht selten schon kurz nach dem Schlupf sterben. Küken, die aus „Miniatureiern“ schlüpfen und heranwachsen, erreichen meist eine geringere Körpergröße und werden als Henne mit hoher Wahrscheinlichkeit auch kleine Eier legen. Man fördert somit nicht gerade die Leistungsfähigkeit seiner Zucht, wenn man zu kleine Eier zur Brut einsetzt.
Demnach könnte man schlussfolgern: je größer das Brutei, desto besser. Dies ist jedoch nicht so. Zu große Eier können ebenso problematisch sein.
Gerade bei Junghennen, die über die Maßen große Eier legen, ist oft im Verhältnis zum Dotter zu viel Eiweiß im Ei vorhanden. Dies hat bei der Brut zur Folge, dass das Küken vorhandenes Eiweiß nicht vollständig für die Entwicklung benötigt. Das verbleibende Eiweiß bildet dann eine gallertartige Masse, die dem Küken erhebliche Probleme beim Schlupf bereitet. Das Küken kann ersticken oder während des Schlupfvorgangs durch das eintrocknende Gallert am Ei festkleben.
Für die Größenentwicklung und Vitalität der Nachzuchten ist es aus meinen Erfahrungen durchaus förderlich, mit etwas schwereren Eiern von Althennen zu brüten. Das Verhältnis von Eidotter zu Eiklar ist bei Eiern von älteren Tieren günstiger für die Entwicklung der Küken im Ei. Bei La Flèche Althennen kann man bei den Bruteigewichten durchaus 65-75g anvisieren bzw. diese zur Brut einsetzen.
Stallhygiene ist auch ein wesentlicher Erfolgsfaktor Eine gute Stallhygiene ist für die Qualität von Bruteiern Gold wert! Saubere Legenester sollten immer gegeben sein, doch gerade zur Brutsaison ist dies außerordentlich wichtig. Ein Waschen der Bruteier ist unbedingt zu vermeiden, da die Schutzschicht des Eis dadurch beschädigt wird und Keime in das Ei eindringen können.
Ei-Form und Schwachstellen prüfen Es macht auch Sinn, die ins Auge gefassten Bruteier vor dem Einlegen mit einer geeigneten Schierlampe zu durchleuchten, um leichte Sprünge und Unregelmäßigkeiten in der Eischale aufzudecken. Eier mit Mängeln sollten aussortiert werden, genauso wie jene die Kalkablagerungen aufweisen. Zum Einen können diese leichter brechen und zum anderen funktioniert die Feuchtigkeitsregulierung dann meist nicht optimal. Auch abnorm geformte und sehr schmale Eier sind unbedingt von der Brut auszuschließen, da sie die gesunde Entwicklung des Kükens nicht selten erheblich beeinträchtigen. Eier mit einer abnormen Luftblase sind ebenso auszusortieren. Die Luftblase eines Bruteies sollte sich an der stumpfen Seite des Eies befinden.
Die Lagerung Grundsätzlich sind frische Eier als Bruteier zu bevorzugen, da sie nachgewiesener Maßen eine höhere Schlupfrate erwarten lassen.
Um optimale Ergebnisse zu erzielen ist es zu empfehlen Bruteier wenn möglich nicht länger als 10-12 Tage zu lagern. Die optimalen Lagerbedingungen für Bruteier liegen bei einer Temperatur von etwa 8 bis 15 Grad C. und einer Luftfeuchtigkeit von 75%.
Um ein Verkleben des Dotters an der Schalenhaut zu verhindern, sollten die gelagerten Bruteier mindestens einmal täglich gedreht werden.